St. Georg (Gwigg)

St. Georg in Gwigg ist eine Kapelle in dem zur Gemeinde Bergatreute zugehörigen Weiler Gwigg (Landkreis Ravensburg in Oberschwaben).

Gwigg lässt sich auf das Wort Gewicke oder Wicken zurückführen. Wicken sind scheinbar unkontrolliert sich windende Pflanzen. Hin zur Ortschaft Gwigg in der buckeligen oberschwäbischen Landschaft ranken sich fünf Straßen aus vier Himmelsrichtungen: von Ankenreute, Dinnenried, Stocken, Abetsweiler und Gambach. Sie alle treffen in Gwigg und an der Gwigger Kapelle zusammen. Zusätzlich ist die Kapelle auch noch Station des Oberschwäbischen Jakobsweges.
Schon 1353 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung einer Kapelle St. Georg in Gwigg. Im Jahre 1362 erwarb das Kloster Rot an der Rot das Bauwerk nebst kirchlichen Rechten. Landeshoheit und Gerichtsbarkeit von Gwigg blieben bis 1810 bei der Landvogtei Oberschwaben. Im Wappen des Abtes an der westlichen äußeren Kirchenschiffwand ist deswegen nur der Abtstab zu sehen.
Die heutige Kapelle stammt aus dem Jahre 1718. Erbauer war Abt Hermann Vogler. Vogler war zuvor Pfarrer in Haisterkirch, einem damals zu Rot an der Rot gehörigen Ort. Auf dem Grundstein eingemauert auf der Südseite der Kapelle steht: Soli deo honor et gloria 17 HAR 18, wobei das HAR für Hermann Abt zu Rot steht. Das Patrozinium des heiligen Georg könnte auf eine Verbindung zur nahe liegenden Volkertshauser Weilerkapelle, die ebenfalls einen Ritterheiligen, nämlich Mauritius, zum Patron hat, hinweisen. Erst 1763 erfolgte die pastorale Versorgung vom Pfarrvikariat der Norbertiner in Molpertshaus.
Aus dem Bestandsverzeichnis des Jahres 1707 geht hervor, dass das Kloster neben den kirchlichen Rechten einen einzigen Hof in Gwigg besaß. Weitere zwei Höfe gehörten dem Damenstift der Zisterzienserinnen zu Baindt, das Spital Waldsee hatte zwei Höfe, ebenso das Augustinerstift St. Peter zu Waldsee einen Hof und die Landvogtei Oberschwaben zwei Höfe. Im Jahre 1755 wurde die Kirche vom Weihbischof Karl Josef Fugger im Namen des Fürstbischofs von Konstanz konsekriert. Laut vorhandenen Baurechnungen kostete die Kapelle 2000 Gulden. Der Wert eines Bauernhofes betrug zur damaligen Zeit 1000 Gulden.
Das Altarblatt zeigt eine Szene aus dem Leben des hl. Georg. Auf dem darunter sich befindenden Altarsockel ist eine Darstellung des hl. Norbert. Der Altartisch ist der hl. Familie vorbehalten, darüber das Wappen von Abt Hermann Vogler, im Aufsatz Antonius von Padua, als Nebenpatron der Kirche, flankiert von zwei Engeln. Ganz oben ist eine Herz-Jesu-Darstellung. Die Assistenzfiguren vor dem Altar sind der hl. Konrad und der hl. Norbert, beides Werke aus der nahen Waldseer Zürn Werkstatt.
Die sich an der Wand des Kirchenschiffes befindende Plastik des hl. Georg als Drachentöter kann auf den Wandelaltar gestellt werden, der im Jahre 2011 nicht mehr verwendet wurde. Eine Figur des Christus im Kerker und die reichhaltig verzierte Kanzel komplettieren das Kirchenschiff. Das Fresko im Chor ist gemalt von Jakob Kuen aus Weißenhorn und behandelt das Thema der hl. Dreifaltigkeit. Das Hauptfresko des Kirchenschiffes, ebenfalls von Kuen, handelt von einem prämonstratensischen Heiligen und zeigt Hermann Joseph mit dem Jesuskind.
In dem Dachreiter der Kapelle befindet sich ein Glockenstuhl mit einer Glocke.
47.868929.735496Koordinaten: 47° 52′ 8″ N, 9° 44′ 8″ O

Das Musikzimmer

Das Musikzimmer (Bengalisch: জলসাঘর, Jalsāghar) ist ein indischer Spielfilm von Satyajit Ray aus dem Jahr 1958.

Der verarmte adlige Landbesitzer (Zamindar) und Musikliebhaber Huzur Biswambhar Roy lebt allein und zurückgezogen mit seinem Diener Ananta und seinem Grundstücksverwalter in seinem langsam verfallenden Palast.
Auf dem Dach sitzend und sinnierend, vernimmt er Musik vom Nachbargrundstück des gesellschaftlich aufgestiegenen Bürgerlichen Mahim Ganguli anlässlich der Initiationsfeier dessen Sohnes. Hierdurch werden bei Roy Erinnerungen an ebendiese Feier bei seinem eigenen Sohn Khoka wach.
RÜCKBLENDE. 4 bis 5 Jahre zuvor steckte Biswambhar Roy bereits in finanziellen Schwierigkeiten. Sein Landbesitz, dessen Verpachtung sein Einkommen war, wurde mit dem Laufe der Zeit von den bengalischen Flüssen weggeschwemmt, die Bank gewährt ihm keine Kredite mehr. Da bekommt er Besuch von seines Nachbarn Sohn Mahim Ganguli und gewährt ihm die gewünschte Landpacht. Das opulente Initiationsfest seines Sohnes inklusive des (den erwachsenen Männern vorbehaltenen) Musikabend im großen Musikzimmer des Palastes, finanziert er mit der Verpfändung der Juwelen seiner Frau Mahamaya. Diese macht ihm wegen seiner Obsession für kostspielige Musikabende Vorwürfe. Der nächste Tag offenbart die üblichen Tagesbeschäftigungen Roys – Modellsitzen für ein neues Gemälde, Musizieren mit seinem Sohn Khoka.
Frau und Sohn werden zu seinem kranken Schwiegervater in eine entfernte Stadt gerufen und reisen allein ab, da Roy „auf seinen Landbesitz aufpassen muss“. Inzwischen hat sich der zu Geld gekommene Ganguli ein modernes Haus bauen lassen und lädt Roy zur Einweihungsfeier am bengalischen Neujahrstag (Anmerkung: es gibt einen eigenen bengalischen Kalender, der den Mondphasen folgt) ein. Roy lehnt mit der Begründung ab, er habe just für diesen Tag bereits selbst eine eigene Feier geplant, zu der er Ganguli einlade. Er beauftragt seinen Verwalter mit den Vorbereitungen und der Zurückbeorderung seiner Familie. Während des Musikabends kentert das Boot mit Frau und Sohn in einem Gewittersturm; beide sind tot. Roy zieht sich danach aus dem öffentlichen Leben zurück. ENDE DER RÜCKBLENDE.
Noch immer auf dem Dach des Palastes beschließt Roy, seine Zurückgezogenheit aufzugeben. Angewidert vernimmt er westliche Blasmusik vom Grundstück des Ganguli. Im traditionellen Stil schickt er seinen Diener auf einem geschmückten Elefanten nach ihm; Ganguli kommt stattdessen mit seinem Auto vorgefahren. Eine Einladung Gangulis zu einem Musikabend mit der Kathak-Tänzerin Krishnabai lehnt Roy ab. Er ist ersichtlich der Ansicht, Ganguli habe keine Ahnung von Musik und traditioneller bengalischer Kultur. Als er dann aber von weitem die Musik vernimmt, beschließt er, einen letzten Musikabend mit derselben Tänzerin in seinem Musikzimmer zu veranstalten, um Ganguli zu demonstrieren, dass er zwar vermögend sein mag, jedoch Kultur nur imitiert, nicht hingegen zu leben versteht. Als Ganguli am Ende der Tanz- und Musikdarbietung der Tänzerin Geld zuwerfen will, hält Roy ihn zurück: „…das Recht der ersten Gabe gebührt dem Gastgeber…“.
Als es bereits Morgen wird torkelt Roy betrunken von Alkohol und in höchster Freude über seinen Erfolg durch das Musikzimmer. Sein Geld ist völlig aufgebraucht. Er entschließt sich, sich das Leben zu nehmen und reitet mit seinem Schimmel zu Tode.
Der Film spielt im frühen 20. Jahrhundert und zeigt den Abstieg der alten und den Aufstieg der neuen Aristokratie Indiens. Während Roy betont stolz auf „das Blut in seinen Adern“ ist, betont Ganguli das Geldverdienthaben durch eigene Arbeit. Der Film ist auch ein Beispiel für die Konfrontation westlicher Einflüsse mit den (hier spezifisch bengalischen) Traditionen Indiens. Er basiert auf den Geschichten Raibari und Jalsaghar von Tarashankar Bandyopadhyay.
Satyajit Ray drehte Das Musikzimmer auf dem Grundstück eines Zamindars (Landbesitzers) bei Nimtita, in der Nähe des Flusses Padma an der heutigen indisch-bangladeschischen Grenze. Der Film ist reich an symbolhaften Bildern: Gewitter, das den Tod ankündigt; ein in einem Glas gefangenes Insekt; der verfallende Palast und das kieloben an Land liegende Boot, das das Ende des Lebens des Patriarchen symbolisiert. Das Musikzimmer wurde im Studio von Szenenbildner Bansi Chandragupta entworfen. Die Thumri-Stücke klassischer nordindischer Musik werden von Begum Akhtar – Indiens größter Ghazal-Sängerin des 20. Jahrhunderts, dem Shehnai-Virtuosen Bismillah Khan und dem Sänger Waheed Khan vorgetragen. Den Kathak tanzt Roshan Kumari.
„Ein melancholischer Abgesang auf die feudalistische Herrlichkeit der indischen Aristokratie; zugleich ein Dokument des Zusammenpralls zweier Kulturen: der altindischen und der europäischen. Zentraler Spielort ist das Musikzimmer, in dem drei kunst- und stilvoll zelebrierte musikalische Hausabende die Kapitel des Films markieren.“
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Red Army – Legenden auf dem Eis

Red Army – Legenden auf dem Eis (Originaltitel: Red Army) ist ein Dokumentarfilm von Gabe Polsky aus dem Jahr 2014. Als Executive Producers waren u. a. Jerry Weintraub und Werner Herzog tätig. Der Film hatte seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2014 und wurde von Sony Pictures Classics in einer begrenzten Anzahl von Kinos am 23. Januar 2015 veröffentlicht. Der Kinostart in Deutschland war am 29. Januar 2015.

Der Film zeigt, wie die Eishockeyspieler der Sowjetunion während des Kalten Krieges von den 1950er Jahren bis zur Auflösung 1990 gedrillt wurden und den Eishockey-Sport dominierten, obwohl in der US-amerikanischen NHL schon damals mehr Geld floss. Das sowjetische Nationalteam bestand zu dieser Zeit fast ausschließlich aus jungen, linientreuen Spielern des ZSKA, dem Verein der Roten Armee (engl. Red Army).
Das strenge Training hatte zum Ziel, den Sozialismus in Form eines funktionierendes Sport-Kollektivs zu präsentieren. Anders als etwa das US-amerikanische Star-System setzten sie auf die Mannschaft als solche, ohne besonderen Fokus auf die einzelnen Spieler. Die Propaganda funktionierte jedoch nur, wenn die westlichen Konkurrenten besiegt werden konnten.
Zudem mussten talentierte Spieler davon abgehalten werden, zum Klassenfeind zu wechseln, was die sowjetischen Machthaber zu verhindern wussten. Die Geschichte wird aus der Sicht des Moskauer Kapitäns Slawa Fetissow erzählt, der vom Nationalhelden zum politischen Feind avancierte. Dabei wird auch der rabiate Trainer der Mannschaft porträtiert, Wiktor Tichonow, für den keiner der Spieler ein gutes Wort übrig hat.
Red Army hatte seine Premiere beim Toronto International Film Festival 2014 und wurde von Sony Pictures Classics in die US-amerikanischen Kinos gebracht. Zudem wurde der Film bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes gezeigt.
In Telluride war Red Army 2014 der einzige Dokumentarfilm im offiziellen Wettbewerb, ebenso in Toronto, New York und beim AFI Film Festival. Beim Moscow International Film Festival wurde der Film als Eröffnungsfilm ausgewählt.
Red Army ist einer am besten bewerteten Filme 2014 mit einer Bewertung von 97 % bei Rotten Tomatoes, basierend auf 91 Kritiken. Im Kritikerkonsens heißt es: „Red Army ist ein packendes Dokumentar-Drama für Eishockey-Fans und Neulinge gleichermaßen.“ Bei Metacriticterhält der Film eine Bewertung von 82/100 bei insgesamt 32 Kritiken.
A. O. Scott von The New York Times nannte den Film eine „ergreifende, verrückte Geschichte—ein russischer Roman mit Tolstoischer Tiefe und Gogl-esker Absurdität“. Das Time Magazine schrieb „dieser verspielte, melancholische Film präsentiert eine menschliche Geschichte, die Jahrzehnte, Grenzen und Ideologien überwindet“. Scott Feinberg vom The Hollywood Reporter meinte, der Film sei „einer der besten Dokumentarfilme“, die er je gesehen hätte.
Der Filmdienst urteilt, der Film ist ein „meisterlicher Versuch, anhand der Biografien einzelner sowjetischer Eishockey-Spieler die Geschichte der UdSSR zwischen 1979 und 2002 zu rekonstruieren“. Dabei werden „um ein langes Interview mit dem Verteidiger Slava Fetissow […] vorzüglich ausgewählte Archivmaterialien“ gruppiert, die „von der Politisierung des Sports dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs erzählen“. Der Film sei „eine ebenso aufschlussreiche wie unterhaltsame Sportdokumentation, die mit bizarren Details und Anekdoten auch den grimmigen Ernst des Kalten Kriegs nachzeichnet“.
Red Army gewann jeweils den Publikumspreis bei den 2014er Filmfestivals des AFI, in Chicago und Middleburg.

Irmtrud Wojak

Irmtrud Wojak (* 1963) ist eine deutsche Historikerin. Sie war von Ende März 2009 bis November 2011 Gründungsdirektorin des NS-Dokumentationszentrums München.

Wojak studierte Geschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Sie promovierte mit einer Arbeit zur deutschen jüdischen und politischen Emigration während der NS-Zeit nach Lateinamerika ebenfalls in Bochum. Anschließend absolvierte sie mehrere Forschungsaufenthalte unter anderem an der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und am United States Holocaust Memorial Museum in Washington. Anschließend war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Leiterin des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt am Main.
In Frankfurt erstellte sie die Ausstellung „Auschwitz-Prozess. 4 Ks 2/63. Frankfurt am Main“ und habilitierte sich mit einer Biografie über Fritz Bauer. Daraufhin war sie Leiterin des Bereiches Forschung und Mitglied der Geschäftsleitung beim International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen.
Ihre Forschungsschwerpunkte sind die
Wojak war im Jahr 2009 zur Gründungsdirektorin des geplanten NS-Dokumentationszentrums in München berufen worden. Nach Medienberichten kam es im Mai 2011 unter anderem um den Namen des geplanten Zentrums zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Münchener Stadträten, dem Kuratorium des Zentrums und Wojak. Wojak sprach sich gegen einen Namen aus, der das Kürzel „NS“ enthalte. Das Kuratorium des geplanten Zentrums und mehrere Zeitzeugen hätten sich ähnlich geäußert. Das Zentrum war von der Stadt München von Beginn an unter dem Arbeitsnamen „NS-Dokumentationszentrum“ geplant worden. Der Münchener Stadtrat Marian Offman betonte, dass nicht alle Zeitzeugen sich gegen das Kürzel ausgesprochen hätten. Wojak soll daraufhin Offman indirekt vorgeworfen haben, Zeitzeugen gegeneinander auszuspielen. Der Oberbürgermeister Christian Ude kündigte im April 2011 aufgrund dessen disziplinarische Schritte an, der Stadtrat Marian Offman, zugleich Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Münchens, forderte eine Entschuldigung von Wojak. Wojak sah darin auch eine parteipolitische Auseinandersetzung.
Ende Oktober 2011 wurde Wojak von ihren Aufgaben als Direktorin des NS-Dokumentationszentrums entbunden, weil sie kein schlüssiges Konzept für die Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum vorgelegt habe. Zudem wurde ihr Kommunikationsstil kritisiert. Auch habe sie nicht mit ihrem Team zusammengearbeitet. Wojak betonte dagegen zunächst, dass sie gar keine Gelegenheit gehabt habe, ihr Konzept zu erläutern, da es am 7. Oktober aufgrund einer Erkrankung ohne sie vorgestellt worden sei. Mitte November kam es schließlich zu einer Einigung und einer gemeinsamen Pressemitteilung von Wojak und der Stadt München, in der von „nachhaltig unterschiedlichen Auffassungen“ zwischen Wojak und den beratenden Gremien über die „Ausrichtung, die Inhalte und die Funktion“ des geplanten Zentrums die Rede war, aufgrund derer eine Trennung erfolgt sei.

Positron

Positron (e+)
Das Positron (Kunstwort aus positive Ladung und Elektron), Formelzeichen , ist ein Elementarteilchen aus der Gruppe der Leptonen. Es ist das Antiteilchen des Elektrons, mit dem es bis auf das Vorzeichen der elektrischen Ladung und des magnetischen Moments in allen Eigenschaften übereinstimmt.
Treffen ein Positron und ein Elektron aufeinander, kann eine Paarvernichtung (Annihilation) eintreten. In einem idealen Vakuum, in dem es keine Elektronen gibt, sind Positronen hingegen stabil.
Das Positron war das erste bekannte Antiteilchen. Seine Existenz wurde 1928 von Paul A. M. Dirac vorhergesagt. Carl David Anderson entdeckte es am 2. August 1932 experimentell in der kosmischen Strahlung und gab ihm auch seinen Namen. Da sich die quantenmechanischen Eigenschaften aller Elektronen abgesehen von Ladung und Helizität gleichen, wurde das Begriffspaar Positron–Negatron für die beiden Varianten des Elektrons vorgeschlagen. Die Bezeichnung Negatron hat sich allerdings nicht durchgesetzt und wird in der Literatur heute nur noch gelegentlich benutzt.

Positronen entstehen
In normaler Umgebung „verschwinden“ Positronen innerhalb kürzester Zeit durch gegenseitige Annihilation mit Elektronen, in der Regel mit Emission von zwei Gammaquanten. Der Annihilation kann die Bildung eines Positroniumatoms vorausgehen. Nur in einem sehr guten Vakuum können Positronen mittels Magnetfeldern aufbewahrt werden.
Anwendungen von Positronen außerhalb der grundlagenphysikalischen Forschung beruhen auf der speziellen, leicht zu identifizierenden Strahlung der Paarvernichtung. Insbesondere die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist in der modernen Medizintechnik ein wichtiges bildgebendes Verfahren. Hierbei wird dem Patienten ein Positronen emittierendes Radiopharmakon verabreicht, und zwar ein Stoff, der im Stoffwechsel des Menschen vorkommt (bspw. Glucose). An das Molekül dieses Stoffes ist ein β+-radioaktives Atom entweder zusätzlich oder an Stelle eines nicht radioaktiven Atoms angekoppelt. Zu beachten ist in der Nuklearmedizin, dass das radioaktive Isotop einerseits langlebig genug ist, damit es in ein Biomolekül eingebaut und vom Herstellungslabor (meist einer Zyklotron-Anlage) zum Patienten gebracht werden kann, andererseits jedoch kurzlebig genug, um während der Messung Bildgebung zu ermöglichen, danach aber den Patienten nicht mehr unnötig mit Strahlung zu belasten. Der hauptsächlich benutzte Tracer bei der PET ist FDG-18, bei dem ein Atom 19F durch ein radioaktives Atom 18F (Halbwertszeit 109,77 min) ersetzt ist. Die Glucose wird von Geweben mit hohem Energiebedarf wie Tumoren oder dem Gehirn vermehrt verstoffwechselt, ist dort also höher konzentriert als in anderen Regionen. Diese Konzentration wird bildlich sichtbar gemacht.

Sandomil

Sandomil ist eine Ortschaft und Gemeinde in Portugal.

Die Anwesenheit der Römer wird durch eine erhalten gebliebene Brücke und einen Brunnen belegt. Der heutige Ort entstand vermutlich im Zuge der Neubesiedlungen nach der mittelalterlichen Reconquista. Das genaue Datum der ersten Stadtrechte aus dem 10. Jahrhundert durch Urraca Fernandes, Königin von León, ist nicht erhalten. König D. Manuel I. gab Sandomil 1514 neue Stadtrechte. Der Ort blieb Sitz eines eigenständigen Kreises bis 1852, nach anderen Quellen 1855.
Der Rio Alva durchfließt die Gemeinde. Einige Flussstrände laden zum Baden ein, auch verschiedene Wassermühlen und Aussichtspunkte sind zu nennen.
Zu den Baudenkmälern gehören eine Reihe Kapellen, die Gemeindekirche Igreja de São Pedro aus dem 18. Jahrhundert, die Brunnenanlage Fonte da Praça, die römische Brücke, und der römische Brunnen.
Sandomil ist eine Gemeinde (Freguesia) im Kreis (Concelho) von Seia, im Distrikt Guarda. In ihr leben 916 Einwohner (Stand 30. Juni 2011) auf einer Fläche von 13,2 km².
Folgende Ortschaften liegen in der Gemeinde:
Alvoco da Serra | Carragozela e Várzea de Meruge | Girabolhos | Loriga | Paranhos | Pinhanços | Sabugueiro | Sameice e Santa Eulália | Sandomil | Santa Comba | Santa Marinha e São Martinho | Santiago | Sazes da Beira | Seia, São Romão e Lapa dos Dinheiros | Teixeira | Torrozelo e Folhadosa | Tourais e Lajes | Travancinha | Valezim | Vide e Cabeça | Vila Cova à Coelheira

Frances Power Cobbe

Frances Power Cobbe (* 4. Dezember 1822 bei Dublin; † 5. April 1904 in Hengwrt, Wales) war eine irische Schriftstellerin, Sozialreformerin, Frauenrechtlerin und Pionierin des Kampfes gegen Tierversuche. Ihr Erwachsenenleben verbrachte sie überwiegend in England und Wales, wo sie auch starb.

Cobbe wächst nahe Dublin im heutigen Donabate auf dem Gut Newbridge Estate auf, dem Stammsitz der verzweigten Familie Cobbe. Hier erhält sie auch weitgehend ihre auf die klassische Frauenrolle zugeschnittene Bildung. Während sie zwischen 1838 und 1857 den Haushalt führt, betreibt sie auf eigene Faust natur- und geisteswissenschaftliche Studien. Das Verhältnis zu ihren Eltern trübt sich, als Cobbes religiöse Zweifel zunehmen. Ihre seit Längerem kranke Mutter stirbt bereits 1847, der Vater 10 Jahre darauf. Von ihrem 1855 veröffentlichten Essay on the Theory of Intuitive Morals zeigte sich der Vater schockiert.
Eine kleine Erbschaft ermöglicht es Cobbe, den Mittelmeerraum zu bereisen und anschließend nach Bristol (Südengland) zu gehen, wo sie für ein knappes Jahr mit der unitarischen Sozialreformerin Mary Carpenter zusammen lebt und in deren Schule für „schwererziehbare“ Kinder mitarbeitet. Diese Tätigkeit überfordert Cobbes Gesundheit. Da ihr zudem Carpenters Askese (auch in erotischer Hinsicht) missfällt, zieht sie bald weiter nach London, wo sie als Journalistin Fuß fassen kann. Sie hatte bereits aus Italien für die Londoner Daily News berichtet. Durch Artikel über Frauenrechtsfragen macht sie 1861 die Bekanntschaft führender Feministinnen wie Barbara Bodichon und Lydia Becker. Der liberale Ökonom John Stuart Mill ermutigt sie im Schreiben. Sie wird Mitglied im Married Women’s Property Committee und 1867 auch der London Society für Women’s Suffrage, die sich für die Einführung des Frauenwahlrechts stark macht. Cobbe-Artikel wie Truth on Wifes Tortur (1878) tragen zur Verabschiedung neuer, den Frauen günstigerer Scheidungsgesetze bei.
Wie Olive Banks anhand der Aufsätze aus Cobbes Feder Criminals, Idiots, Women and Minors von 1869 und The Duties of Women von 1881 zeigt, war Cobbes Haltung zur Rolle der Geschlechter zwiespältig: Einerseits verdamme Cobbe die wirtschaftliche Abhängigkeit und seelische Knechtung der Frau durch den Mann, andererseits poche sie auf die Ehe- und Mutterpflichten der Frau, sofern sie sich einmal darauf eingelassen habe. Sie prangere sogar den „losen“ Lebenswandel gewisser „fortschrittlicher“ Frauen an, obwohl sie sich selber nie etwas aus Männern machte, vielmehr mit Frauen zusammenlebte – ab 1860 mit Mary Lloyd.
Ein weiteres, für sie wichtiges Betätigungsfeld eröffnet sich für Cobbe um 1870: Sie wendet sich gegen Tierversuche (damals: Vivisektion) und fordert entsprechende Gesetze. 1875 ruft sie die Society for the Protection of Animals Liable to Vivisection (SPALV), die weltweit erste Vereinigung dieser Art, und 1898 die British Union for the Abolition of Vivisection (BUAV) ins Leben. Sie gehört zu den führenden Personen der neuen Bewegung, die zu Cobbes Lebzeiten zumindest gesetzlich befohlene Einschränkungen der an Versuchstieren erlaubten Grausamkeiten erreicht. Zu ihren Widersachern zählte Charles Darwin, der in der Londoner Times wiederholt vor gewissen „gar zu gütigen“ Frauen warnte, die der Wissenschaft und dem Fortschritt Knüppel zwischen die Beine würfen. Gleichwohl wurde Cobbe von Emma und Charles Darwin von etlichen Besuchen in Down, dem Anwesen der Darwins, und von Briefen her geschätzt.
Cobbe bleibt dem unitarischen/philosophischen Theismus treu, den „mein Pfarrer“ und „Kapitän“ James Martineau vertritt, ein Londoner Theologe und Bruder der Sozialreformerin Harriet Martineau. Das schließt den Glauben an persönliche Unsterblichkeit ein, wie sie ihn 1882 in The Peak in Darien rechtfertigt.
Eine weitere Erbschaft setzt Cobbe 1884 in die Lage, mit ihrer Gefährtin Lloyd zurück nach Wales zu gehen. Dort stirbt sie auch 20 Jahre später. Ihre Autobiographie erschien 1894 in der Erstauflage und wurde in ihrem Todesjahr neu aufgelegt.

Janusz Kotliński

Janusz Kotliński (* 19. Dezember 1946 in Lodz) ist ein ehemaliger polnischer Bahnradsportler und zweifacher Weltmeister.
1975 und 1976 wurde Janusz Kotliński Weltmeister im Tandemrennen, gemeinsam mit Benedykt Kocot. Siebenmal wurde er zudem zwischen 1968 und 1978 polnischer Meister im Sprint und mehrere Male im Tandemrennen.
1966 Frankreich Pierre Trentin/Daniel Morelon | 1967 Italien Bruno Gonzato/Dino Verzini | 1968 Italien Giordano Turrini/Walter Gorini | 1969 Deutschland Demokratische Republik 1949 Jürgen Geschke/Werner Otto | 1970 Deutschland Jürgen Barth/Rainer Müller | 1971 Deutschland Demokratische Republik 1949 Jürgen Geschke/Werner Otto | 1973, 1974, 1977, 1978  Tschechoslowakei Vladimír Vačkář/Miroslav Vymazal | 1975, 1976 Polen Benedykt Kocot/Janusz Kotliński | 1979 Frankreich Yavé Cahard/Franck Dépine | 1980, 1981, 1982 Tschechoslowakei Ivan Kučírek/Pavel Martínek | 1983 Frankreich Philippe Vernet/Franck Dépine | 1984 Deutschland Frank Weber/Hans-Jürgen Greil | 1985 Tschechoslowakei Vítězslav Vobořil/Roman Řehounek | 1987, 1988, 1989, 1994 Frankreich Fabrice Colas/Frédéric Magné | 1990, 1992 Italien Gianluca Capitano/Federico Paris | 1991 Deutschland Demokratische Republik 1949 Emanuel Raasch/Eyk Pokorny | 1993 Italien Federico Paris/Roberto Chiappa

Galaxina

Galaxina ist ein US-amerikanischer Low-Budget-Science-Fiction-Film von Regisseur William Sachs aus dem Jahr 1980. Der Film ist eine Parodie von bekannten Spielfilmen wie Star Wars, 2001: Odyssee im Weltraum, Star Trek oder Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt mit dem Playmate Dorothy Stratten in der Hauptrolle der titelgebenden Heldin.
Kurz nach Veröffentlichung des Filmes wurde die 20-jährige Hauptdarstellerin Dorothy Stratten, die 1980 von den Lesern des US-Herrenmagazins Playboy zum „Playmate des Jahres“ gewählt wurde, von ihrem eifersüchtigen Ehemann getötet, der anschließend Suizid beging. Galaxina ist Strattens vorletzter Film als Schauspielerin.

In ferner Zukunft, man schreibt das Jahr 3008, nimmt mit der Entdeckung neuer Galaxien und Zivilisationen das routinemäßige Aufkommen von Raumflügen rapide zu, so dass Polizeitruppen entsandt werden, um in den unendlichen Weiten der bekannten Sternensysteme zu patrouillieren. Eines dieser bemannten Polizeiraumschiffe ist der Polizeikreuzer Nr. 308 – „Infinity“, dessen Crew neben den Ordnungskräften und einem skurrilen steinebeißenden Gefangenen auch aus einem weiblichen, navigierenden Roboter namens Galaxina besteht. Diese neuartige und ungewöhnliche Maschine, eine stumme, androide Schönheit, ist in der Lage, Gefühle zu empfinden; gleichzeitig ist sie äußerst wehrhaft – sie kann Stromstöße aussenden!
Eines Tages erhält Captain Cornelius Butt einen neuen Auftrag. Die Infinity wird mit seiner sonderbaren Besatzung auf eine 27-jährige Reise zum Planeten „Alter 1“ entsandt, wo man den mystischen Edelstein „Blauer Stern“ vermutet, mit dessen Hilfe man die Kontrolle über das Universum erlangen kann. Auf dem Weg zum weit entfernten Gestirn, den die Mannschaft im Kryo-Kälteschlaf verbringt, übernimmt Galaxina die verantwortungsvolle Überwachung aller lebensnotwendigen Funktionen des Schiffes. In dieser Zeit bringt sich der Schiffsroboter, nachdem der athletische Sergeant Thor sich in sie verliebt, selbständig das Sprechen bei, entledigt sich ihres elektrischen Feldes und programmiert sich zur „menschlichen Frau“.
Kurz vor ihrem Bestimmungsziel entlässt Galaxina die fünfköpfige Crew aus ihrem fast drei Jahrzehnte langen Schlaf, den die Männer bis auf Captain Butt nahezu unbeschadet und ungealtert überstehen. Die Kälteschlafkammer des Polizeichefs wurde unglücklicherweise von einer an Bord befindlichen außerirdischen Lebensform sabotiert, was bei Butt neben dem Älterwerden auch zu einer gewissen Senilität führt. In dieser Phase wird das Polizeiraumschiff vom Flugobjekt des bösartigen Ordrics – einem Außerirdischen, der sich ebenfalls für das Mineral interessiert – angegriffen und beschädigt, was unweigerlich zur unsanften Landung auf dem Zielplaneten führt. Die bewaffnete Galaxina wird daraufhin allein in die düstere Stadt geschickt, um ein dort vermutetes Stück des Gesteins zu bergen, was ihr auch, trotz der Einmischung Ordrics, gelingt. Auf ihrer Mission wird sie allerdings von terrorisierenden, Harley Davids Sohn verehrenden Rocker-Aliens, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen, gefangengenommen.
Derweil startet der liebestolle Thor in Buzz‘ Begleitung die Suche nach der vermissten leidenschaftlichen Androidin, die zeitlich versetzt ihrem Angebeteten Thor ihre Liebe gestand. Dem Suchtrupp gelingt es nach wenigen Momenten, die gefesselte Galaxina zu befreien, das blaue Mineral zu bergen und zum Raumschiff zurückzukehren. In der Zwischenzeit wurde die Infinity von Ordric mit Waffengewalt unter Kontrolle gebracht. Alle Besatzungsmitglieder, darunter auch der eintreffende Suchtrupp, werden vom außerirdischen Schurken in Gewahrsam genommen, bis dieser von dem an Bord befindlichen Alien, der zuvor den körperlichen Verfall des Captains verschuldete, dematerialisiert wird. Am Ende des Films befreit das kleine, namenlose Ungetüm die gefangene Infinity-Crew. Voller Freude über die gewonnene Freiheit verspeist der ebenfalls befreite „Steinbeißer“ den gesuchten Edelstein. Daraufhin kehrt die Infinity erneut zum unwirklichen Planeten zurück, um nach einem weiteren Gesteinsstück zu suchen. Galaxina und Thor werden ein glückliches Paar.
Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei „eine auf das schauspielerisch völlig untalentierte Ex-Playboy-Modell Dorothy R. Stratten ausgerichtete unlogische Science-Fiction-Film-Parodie.“
Der gezeigte Film-im-Film ist ein Ausschnitt aus der DEFA-Produktion Der schweigende Stern.

NGC 5086

NGC 5086 ist ein aus zwei Sternen bestehendes Asterismus im Sternbild Zentaur (Rektaszension: 13:20:59.3; Deklination: -43:43:43). Es wurde am 3. Juni 1834 von John Herschel bei einer Beobachtung mit einem 18-Zoll-Spiegelteleskop von ihm mit „extremely faint, round; 15 arcseconds. The second of a group of four“ beschrieben, irrtümlich für eine Galaxie gehalten und erlangte so einen Eintrag in den Katalog. Die Galaxien in dieser Gruppe sind NGC 5082, NGC 5090 und NGC 5091.
Gesamtliste
NGC 5062 | NGC 5063 | NGC 5064 | NGC 5065 | NGC 5066 | NGC 5067 | NGC 5068 | NGC 5069 | NGC 5070 | NGC 5071 | NGC 5072 | NGC 5073 | NGC 5074 | NGC 5075 | NGC 5076 | NGC 5077 | NGC 5078 | NGC 5079 | NGC 5080 | NGC 5081 | NGC 5082 | NGC 5083 | NGC 5084 | NGC 5085 | NGC 5086 | NGC 5087 | NGC 5088 | NGC 5089 | NGC 5090 | NGC 5091 | NGC 5092 | NGC 5093 | NGC 5094 | NGC 5095 | NGC 5096 | NGC 5097 | NGC 5098 | NGC 5099 | NGC 5100 | NGC 5101 | NGC 5102 | NGC 5103 | NGC 5104 | NGC 5105 | NGC 5106 | NGC 5107 | NGC 5108 | NGC 5109 | NGC 5110 | NGC 5111