Ólafur Thors

Ólafur Thors (auch Ólafur Tryggvason; * 19. Januar 1892 in Borgarnes; † 31. Dezember 1964 in Reykjavík) war ein isländischer Politiker der Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkur) und fünfmaliger Premierminister von Island.

Ólafur, ein Sohn des aus Dänemark stammenden Unternehmers Thor Philip Axel Jensen (1863–1947) und der Isländerin Margrét Þorbjörg Kristjánsdóttir (1867–1945), erwarb seine Hochschulzugangsberechtigung (Stúdentspróf) 1913 am Menntaskólinn í Reykjavík, dem ältesten Gymnasium Islands. Im Anschluss daran begann er ein Studium an der Universität Kopenhagen, trat aber bereits 1914 in das väterliche Unternehmen Kveldúlfur ein. Zwischen 1918 und 1935 war er Direktor des von seinem Vater 1916 gegründeten Fischdampferunternehmens Félag íslenskra botnvörpuskipaeigenda.
Ólafur begann seine politische Laufbahn zunächst 1921 mit der Wahl zum Mitglied des Stadtrates von Reykjavík, ehe er 1924 der neu gegründeten konservativen Partei Íhaldsflokkurinn beitrat. Als Kandidat der Unabhängigkeitspartei folgte 1926 die erstmalige Wahl zum Abgeordneten des Althing, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Am 3. Juni 1932 folgte er Magnús Guðmundsson als stellvertretender Vorsitzender der Unabhängigkeitspartei und wurde am 14. November 1932 als Justizminister (Dómsráðherra) von Premierminister Ásgeir Ásgeirsson erstmals in eine Regierung berufen. Allerdings übte er dieses Amt nur wenig mehr als ein Monat bis zum 23. Dezember 1932 aus. Am 2. Oktober 1934 wurde er als Nachfolger von Jón Þorláksson Vorsitzender der Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkur) und behielt diese Position 27 Jahre lang bis zum 22. Oktober 1961. Im nachfolgenden Kabinett von Premierminister Hermann Jónasson war er zwischen 1939 und 1942 Industrieminister (Iðnaðarráðherra). Zwischen 1936 und 1944 sowie von 1948 bis zu seinem Tode war er auch Vorsitzender (Bankaráði) von Landsbanki Íslands, der ältesten und zweitgrößten Bank Islands.
Als Ólafur am 16. Mai 1942 als Nachfolger von Hermann Jónasson erstmals selbst Premierminister (Forsætisráðherra) des Königreichs Island wurde, übernahm er in seiner bis zum 16. Dezember 1942 amtierenden Regierung zugleich das Amt des Außenministers (Utanríkisráðherra).
Als der parteilose Politiker Björn Þórðarson, sein Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten, am 21. Oktober 1944 zurücktrat, wurde Ólafur erster Premierminister der Republik Island und war zugleich bis zum Ende seiner Amtszeit am 4. Februar 1947 wieder Außenminister. 1947 und 1948 war er zudem Vertreter Islands in der Generalversammlung der Vereinten Nationen.
Nach dem Ende der ersten sozialdemokratischen Regierung unter Stefán Jóhann Stefánsson wurde er dann am 6. Dezember 1949 erneut Premierminister und hatte diesmal bis zu seiner Wahlniederlage am 4. März 1950 auch das Amt des Sozialministers inne. In der nachfolgenden Koalitionsregierung des von der Fortschrittspartei kommenden Steingrímur Steinþórsson übernahm er das Amt des Minister für Fischerei und Industrie.
Im Anschluss daran war er vom 11. September 1953 bis zum 24. Juli 1956 selbst wieder Premierminister und blieb in dieser Zeit auch Fischereiminister.
Am 20. November 1959 wurde Ólafur schließlich zum fünften und letzten Mal Premierminister von Island. Am 22. Oktober 1961 übernahm der bisherige stellvertretende Parteivorsitzende Bjarni Benediktsson sein Amt als Vorsitzender der Unabhängigkeitspartei. Dieser folgte ihm am 14. November 1963 auch im Amt des Premierministers und setzte die von Ólafur begonnene Koalitionsregierung mit der Sozialdemokratischen Partei fort.
Selbstverwaltung (1904–1918) und Monarchie (1918–1944): Hannes Hafstein | Björn Jónsson | Kristján Jónsson | Hannes Hafstein | Sigurður Eggerz | Einar Arnórsson | Jón Magnússon | Sigurður Eggerz | Jón Magnússon | Magnús Guðmundsson | Jón Þorláksson | Tryggvi Þórhallsson | Ásgeir Ásgeirsson | Hermann Jónasson | Ólafur Thors | Björn Þórðarson
Republik Island (ab 1944): Ólafur Thors | Stefán Jóhann Stefánsson | Ólafur Thors | Steingrímur Steinþórsson | Ólafur Thors | Hermann Jónasson | Emil Jónsson | Ólafur Thors | Bjarni Benediktsson | Jóhann Hafstein | Ólafur Jóhannesson | Geir Hallgrímsson | Ólafur Jóhannesson | Benedikt Sigurðsson Gröndal | Gunnar Thoroddsen | Steingrímur Hermannsson | Þorsteinn Pálsson | Steingrímur Hermannsson | Davíð Oddsson | Halldór Ásgrímsson | Geir Haarde | Jóhanna Sigurðardóttir | Sigmundur Davíð Gunnlaugsson

The Oa

The Oa (schott.-gälisch: An Obha), historisch auch The Oe oder Mull of Kinoe genannt, ist eine Halbinsel der schottischen Insel Islay.
Oa liegt an der Südküste der Insel und das im Südosten der Halbinsel gelegene Kap Rubha nan Leacan markiert den südlichsten Punkt Islays. An ihrer größten Ausdehnung in Ost-West-Richtung durchmisst sie etwa sieben Kilometer, in Nord-Süd-Richtung sind es etwa 6,5. Im Nordosten ist sie mit dem Hauptteil der Insel verbunden. Nach Süden und Osten ist sie durch den Atlantischen Ozean begrenzt, während die Meeresbucht Loch Indaal die Westküste bildet. An der gegenüberliegenden Küste von Loch Indaal ist die Halbinsel Rhinns of Islay gelegen. Während im Süden der Insel meist eher flache, sandige Küsten vorkommen, grenzen bis zu 220 m hohen Klippen die Mull of Oa ab.
Administrativ ist Oa als Teil von Islay der Council Area Argyll and Bute zugehörig. Historisch war sie Teil der heute traditionellen Grafschaft Argyllshire.
Vor den Highland Clearances wies Oa eine Bevölkerung von etwa 800 Personen auf, andere Quellen sprechen von bis zu 4000 Personen. Heute wird die Halbinsel von 40 Personen bewohnt. Zahlreiche Überreste von Wohnhäusern können in der Landschaft gefunden werden und zeugen von der ehemaligen Besiedlung.
Ein Monument an der Südwestküste auf dem Mull of Oa genannten Kap gedenkt dem Abschuss des Schiffes Tuscania und dem Untergang der Otranto vor der Küste während des Ersten Weltkriegs. Im Zweiten Weltkrieg trug ein Kriegsschiff der Royal Navy den Namen Mull of Oa (siehe auch: Liste historischer Schiffe der Royal Navy).
Denkmal auf der Mull of Oa
Landschaft auf Oa
Oa jenseits von Loch Indaal vom Sportplatz von Port Charlotte aus gesehen.
55.614722222222-6.2761111111111Koordinaten: 55° 36′ 53″ N, 6° 16′ 34″ W

Siegfried Hilpert

Siegfried Max Richard Hilpert (* 18. März 1883 in Straßburg, damals Reichsland Elsaß-Lothringen; † 3. März 1951 in Brookline, Massachusetts) war ein deutscher Chemiker.
Der Sohn des kaiserlichen Musikdirektors Friedrich Bruno Hilpert und dessen Frau Alma Caroline Marie Hilpert, geborenen Sering geboren. Er besuchte das Gymnasium in Straßburg und bis 1902 das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Hannover. Er studierte Chemie in Berlin und promovierte 1905 bei Emil Fischer und Walther Nernst mit der Arbeit „Chemische Lichtwirkungen: Ueber Reaktionen des 4-Amido-2-nitrostilbens“. 1905–1907 war er Privatassistent bei Emil Fischer. Die Habilitation folgte 1910 an der TH Berlin.
1909–1914 arbeitete er als Privatdozent für Metallurgie und anorganische Chemie an der TH Berlin. 1909 veröffentlichte er einen Artikel zur Verwendung von Ferriten als Magnetkern. Mit seinem „historischen Patent“ von 1908 wurde bekannt, dass Oxide Träger magnetischer Eigenschaften sein können. Danach war er ein Jahr Abteilungsleiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr.
1915–1926 arbeitete er in der Industrie, bei Stinnes, der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerkshütten AG und ab 1921 als Generaldirektor der Koholyt AG in Königsberg. 1919 heiratete er Adele Bösener, mit der er die Kinder Heinz und Erika hatte.
1922–1930 war er Honorarprofessor an der TH Berlin und danach bis 1939 an der TH Braunschweig o. Professor für Chemie und chemische Technologie, wobei er zu Cellulose und Herstellung des Strohzellstoffs forschte. Ein Institut für landwirtschaftliche Technologie wurde neu errichtet. Daneben liefen Untersuchungen über den Magnetismus der Eisenoxyde und -oxychloride sowie über Natrium-, Silicium- und Kupferferrite. Sein Hilfsassistent, der Ingenieur Albert Wille (* 13. Oktober 1909 in Salder) schrieb 1933 seine Doktorarbeit „Über den Zusammenhang zwischen Aufbau und Ferromagnetismus der Ferrite“.
Als er im Sommer 1939 seinen Urlaub in der Schweiz verbrachte, reiste er drei Tage vor Kriegsbeginn nach Südfrankreich und wurde hier bis zum Ende des deutschen Feldzugs interniert. Dabei verwaiste das Institut unter seinem Vertreter Heinrich Hock. Nach Durchsicht seiner Vernehmungsakten wurde er erneut verhaftet und 1941/42 vor dem Reichskriegsgericht wegen Landesverrat und Feindbegünstigung zum Tod verurteilt, womit das Beamtenverhältnis endete. Im August 1942 wurde das Urteil in eine Haftstrafe umgewandelt.
Das nach dem Krieg wieder angebotene Braunschweiger Institut lehnte er ab. 1945–1947 arbeitete er bei der Zellstofffabrik Waldhoff, wurde danach an der TH Braunschweig Prof.emer. und zog in die USA.
Seine Witwe richtete 1981 eine Stiftung ein, aus der Stipendien für Doktoranden des Braunschweiger Instituts vergeben werden.

Ethiopian-Airlines-Flug 702

Boeing 767 der EA mit dem Kennzeichen ET-AMF
Der Ethiopian Airlines Flug ET702 war ein Flug der Ethiopian Airlines mit dem Kennzeichen ET-AMF mit einer Boeing 767-300, der am 17. Februar 2014 mit der Androhung von Gewalt auf dem Flug von Addis Abeba nach Rom von Copilot Hailemedhin Abera Tegegn entführt wurde. Das Flugzeug flog daraufhin am Ziel Rom vorbei weiter nach Genf. Es wurden keine Personen verletzt und das Flugzeug blieb unbeschädigt, nachdem der Copilot offensichtlich die Kontrolle über das Flugzeug übernommen hatte, indem er sich im Cockpit eingeschlossen hatte, als der Kapitän zur Toilette gegangen war. Der Copilot selbst informierte die Behörden über die Entführung des Flugzeugs. Er drohte das Flugzeug abstürzen zu lassen, falls der Kapitän nicht aufhören sollte, die Tür des Cockpits aufzubrechen. Sein Ziel war es, in der Schweiz politisches Asyl zu beantragen. Der Copilot ließ sich nach der Landung ohne Widerstand festnehmen, nachdem er aus dem Cockpitfenster geklettert war. Das Flugzeug war nach dem Abweichen vom Flugplan von zwei Eurofightern der Aeronautica Militare begleitet worden. Der Bruder des Entführers gab in einem Interview an, dass sein Bruder weder politisch verfolgt noch arm sei, sondern an Verfolgungswahn leide.
Das entführte Flugzeug wurde gemäß internationaler Übereinkommen von französischen und italienischen Kampfflugzeugen eskortiert. Der Schweizer Luftraum wurde bis zum Endanflug nicht überflogen. Von nationalen und internationalen Medien wurde angemerkt, dass der Jetbetrieb der Luftwaffe nur zu Bürozeiten wochentags von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr 30 bis 17 Uhr einsatzbereit sei, was in der Schweiz eine erneute Diskussion über die Luftraumsicherung des Landes auslöste.
Ein äthiopisches Gericht verurteilte den Entführer wegen Luftpiraterie in Abwesenheit zu 19½ Jahren Gefängnis. Die Schweizer Behörden hatten eine Auslieferung abgelehnt. 2015 ergab ein psychiatrisches Gutachten, dass er zum Zeitpunkt der Entführung nicht urteilsfähig war. Er war zunächst in der geschlossenen Psychiatrie, danach im Gefängnis. Dort wartet er, bis ein Prozess vor dem Bundesstrafgericht über die Tatbestände Freiheitsberaubung, Entführung und Störung des öffentlichen Verkehrs urteilt und über die therapeutischen Massnahmen befindet.

Torviscosa

Torviscosa (im furlanischen Dialekt: Tor di Zuin bzw. il Tor) ist eine nordostitalienische Gemeinde (comune) mit 2933 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Udine in Friaul-Julisch Venetien. Die Gemeinde liegt etwa 27 Kilometer südsüdöstlich von Udine und grenzt unmittelbar an die Provinz Gorizia.

Torviscosa unterhält eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Champ-sur-Drac im Département Isère.
Durch die Gemeinde führt die Strada Statale 14 della Venezia Giulia von Venedig bzw. Mestre zur slowenischen Grenze. In Torviscosa befindet sich ein Betriebsbahnhof an der Bahnstrecke Venedig–Triest.
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Karula

Karula (deutsch: Karolen) ist eine Landgemeinde im estnischen Kreis Valga mit einer Fläche von 230 km². Sie hat 1025 Einwohner (1. Januar 2011).
Neben dem Hauptort Lüllemäe umfasst die Gemeinde die Dörfer Kaagjärve, Karula, Kirbu, Koobassaare, Käärikmäe, Londi, Lusti, Pikkjärve, Pugritsa, Raavitsa, Rebasemõisa, Valtina und Väheru.
Besonders der Nationalpark Karula mit unberührten Wäldern, Mooren und Seen ist für Naturliebhaber interessant.
Bis 1919 gehörten das Schloß und das Gut Karolen (nebst großem Land- und Forstbesitz, Mooren und Seen) der deutsch-baltischen Familie von Grote. Gegründet wurde das Gut 1741. Heinrich von Grote war der letzte Majoratsherr auf Schloss Karolen. Nach den Revolutionswirren von 1917 wurden Güter und Grundbesitz der Familie, zu dem auch weitere Güter wie Grotenhof, Kawershof, Langensee und Repsberg gehörten, vom estnischen Staat enteignet. Schloss Karolen wurde 1919 niedergebrannt. Im selben Jahr verließen Heinrich von Grote und seine Familie das Baltikum und emigrierten über Finnland nach Deutschland. Die deutsche Filmregisseurin und Schriftstellerin Alexandra von Grote ist eine Enkelin von Heinrich von Grote.
Stadtgemeinden: Tõrva | Valga Landgemeinden: Helme | Hummuli | Karula | Õru | Otepää | Palupera | Puka | Põdrala | Sangaste | Taheva | Tõlliste Stadt innerhalb einer Landgemeinde: Otepää