Donnus Nicolaus Germanus

Donnus Nicolaus Germanus (* ca. 1420; † ca. 1490) war ein Kosmograf und Astrologe. 1477 stellte er für die Vatikanische Bibliothek einen Himmels- sowie einen Erdglobus her. Der Erdglobus datiert damit 15 Jahre vor dem „Erdapfel“ von Martin Behaim.

Über das Leben von Nicolaus Germanus ist nur bekannt, dass er in Florenz lebte. Der Vorname Nicolaus sowie sein Nachname legen nahe, dass er deutscher Herkunft war. Von ihm stammen elf Manuskripte auf Pergament aus dem dritten Viertel des 15. Jahrhunderts, in denen er die Geografie von Ptolemäus neu herausgab. Die prächtig ausgemalten und mit Karten versehenen Manuskripte sind in der Vatikanischen Bibliothek überliefert. Für hohe geografische Breiten führte Germanus dabei eine neuartige Trapezprojektion ein, was seine hohe kartografische Kompetenz belegt.
Germanus arbeitete auch als Astrologe – Astrologie und Astronomie waren damals noch nicht strikt voneinander getrennt. In diesem Zusammenhang arbeitete er astronomische Tabellen aus, in denen die Planetenpositionen auf Jahre im Voraus festgehalten waren. Diese Arbeit ist verlorengegangen; erhalten hat sich dagegen ein Horoskop für Papst Paul II.
Der in einem Schreiben von Vincenz Lang an Conrad Celtis erwähnte Nicolaus Germanus wurde später als Nicolaus Copernicus interpretiert.
1477 stellte Germanus für die Vatikanische Bibliothek – nur zwei Jahre nach ihrer Eröffnung – je einen Globus von Himmel und Erde her. Belege dafür sind eine Quittung über 200 Dukaten vom 11. Dezember 1477 für „eine Arbeit von eigener Hand“. Eine Notiz vom nächsten Tag erwähnt die Zahlung von drei weiteren Dukaten für das Aufbringen des päpstlichen Wappens auf den beiden Globen sowie für eine Weltkarte. Vom 20. Dezember stammt eine weitere Notiz über vier Dukaten für zwei Abdeckungen. In dieser Notiz ist ausdrücklich die Rede von zwei Globen, wovon auf einem die Himmelszeichen und auf dem anderen eine Beschreibung der Erde (cosmographia) aufgebracht seien. Die Globen werden dann in einem Inventar von 1481 aufgeführt.
Die Marchesa von Mantua, Isabella, wollte sich je eine Kopie der beiden Globen anfertigen lassen, worüber ein Briefwechsel aus dem Jahr 1505 vorliegt. Die Marchesa schreibt darin an ihren Agenten in Rom: „Wir haben erfahren, dass es in der Päpstlichen Bibliothek zwei Globen gibt: Auf dem einen ist die Erde abgebildet, auf dem anderen die Zeichen des Himmels, das heißt der Tierkreis […].“ (Intendiamo, che ne la libraria dil papa sono due spere solide: In una è depicto el Mapamundo, in l’altra li Signi Celesti, cio è el Zodiaco […]) Aus dem Brief geht auch hervor, dass die Globen zwei Ellen hoch gewesen sein müssen.
Die Globen wurden in der Salle Pontifica (Magna Secreta) aufbewahrt. Über die Abbildungen auf den Globen ist weiter nichts bekannt. Wahrscheinlich sind sie bei der Plünderung von Rom 1527 verlorengegangen. Der Erdglobus von Germanus ist der erste Erdglobus der Neuzeit, über den Quellenmaterial vorliegt.

Grossaffoltern

CH SBE (Suberg)

Grossaffoltern ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Seeland im Kanton Bern, Schweiz. Die Gemeinde wurde bis 1860 offiziell Affoltern genannt.
Neben der Einwohnergemeinde existiert unter diesem Namen auch eine Burgergemeinde.

Grossaffoltern liegt in der Nähe von Lyss im bernischen Seeland und hat knapp 3000 Einwohner (Stand 2010).
Zu Grossaffoltern gehören die Ortschaften und Weiler:
sowie mehrere Einzelhöfe und Hofgruppen.
Die Nachbargemeinden sind Seedorf BE, Lyss, Diessbach bei Büren, Wengi, Rapperswil BE und Schüpfen.
Funde von Stein- bzw. Bronzebeilen stammen aus dem Ende der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit. Mehrere Grabhügel ausserhalb der heutigen Ortschaften belegen eine Besiedlung durch die Kelten im 7. Jahrhundert v. Chr. Ebenso ist die Anwesenheit der Römer zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert n. Chr. durch archäologische Funde belegt. Ein Reihengräberfeld in Kosthofen stammt aus der Zeit der Völkerwanderung (5. und 6. Jahrhundert n. Chr.).
Die urkundliche Erwähnung eines Petrus, Meier zu Affoltern, im Jahre 1216 ist das älteste erhaltene Dokument über Grossaffoltern. Damals gehörte der Ort den Grafen von Kyburg, in deren Urbar aus der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts (1261–1263) die Einkünfte von Affolterra oder Affoltron aufgelistet werden. 1402 verkaufte Gräfin Anna von Nidau, die Witwe des Grafen Hartmann von Kyburg, Burg und Herrschaft Oltingen, zu der auch Affolterra gehörte, an den Berner Bürger Hugo Burkart von Mömpelgart. Von dessen Witwe wurde die Grafschaft an den Grafen Conrad von Freiburg verkauft und ging hernach in den Besitz der Stadt Bern.
1383 vergabte die Gräfin Anna von Nidau den Kirchensatz an das Frauenkloster Klingenthal in Kleinbasel, welches ihn 1416 an die Abtei Frienisberg abtrat. Mit der Reformation kam Frienisberg samt Kirchensatz und Zehnten von Affoltern an Bern, dessen Rat nun die Pfarrei besetzte, die zum Kapitel Büren gehörte. Im Jahre 1413 befreite die bernische Regierung Affoltern für 330 Gulden von der Leibeigenschaft.
Seit 1413 gehört Grossaffoltern zur Landvogtei Aarberg.
Der Name (Gross-)Affoltern ist vom althochdeutschen apholtra/apfultra oder affalterun abgeleitet, was heisst bei den Apfelbäumen und sich aus afal oder aful (Apfel) und tra (Baum – gotisch triu, englisch tree) zusammensetzt . 1216 wird der Ort als Affoltron erstmals urkundlich erwähnt.
Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 32.7 %, BDP 21.2 %, SP 17.9 %, FDP 8.0 %, GPS 7.3 %, glp 4.2 %, EVP 2.8 %, CVP 2.1 %, EDU 0.7 %.
Der grösste Arbeitgeber ist die Düngemittelfabrik Hauert.
Die Gemeinde ist bekannt wegen ihrer Storchenkolonie. Das Naturschutzgebiet Längmoos weist eine grosse Artenvielfalt auf (Libellen, Insekten, Amphibien, Vögel, Pflanzen).
Stephanie und Ruedi Baumann waren das erste Nationalrats-Ehepaar der Schweiz.
Aarberg | Arch | Bargen | Brüttelen | Büetigen | Bühl | Büren an der Aare | Diessbach bei Büren | Dotzigen | Epsach | Erlach | Finsterhennen | Gals | Gampelen | Grossaffoltern | Hagneck | Hermrigen | Ins | Jens | Kallnach | Kappelen | Leuzigen | Lüscherz | Lyss | Meienried | Merzligen | Müntschemier | Oberwil bei Büren | Radelfingen | Rapperswil | Rüti bei Büren | Schüpfen | Seedorf | Siselen | Studen (BE) | Täuffelen | Treiten | Tschugg | Vinelz | Walperswil | Wengi | Worben
Ehemalige Gemeinden: Bangerten | Busswil bei Büren | Gäserz | Mullen | Niederried bei Kallnach | Reiben | Ruppoldsried
Kanton Bern | Verwaltungskreise des Kantons Bern | Gemeinden des Kantons Bern

Thomas H. Gale House

Das Thomas H. Gale House oder einfacher Thomas Gale House ist ein Haus in dem Chicagoer Vorort Oak Park im US-Bundesstaat Illinois. Es wurde von dem berühmten US-amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright im Jahre 1892 entworfen und ist ein Beispiel seines Frühwerkes. Das Haus wurde von Wright nebenbei projektiert, als er noch bei Adler und Sullivan beschäftigt war. Das Haus ist deswegen bedeutend, weil es über die frühe Entwicklungsperiode Wrights Aufschluss gibt. Es wird als Contributing Property zu einem Registered Historic District geführt und wurde 2002 zu einer Landmarke in Oak Park erhoben.

Das Thomas H. Gale House ist neben dem Robert P. Parker House und dem Walter Gale House eines von drei Häusern Wrights entlang der Chicago Avenue in Oak Park, die als sogenannte „Bootleg Houses“ bekannt wurden. Sie wurden von Wright unabhängig entworfen, als er noch bei Adler and Sullivan beschäftigt war. Architekt Louis Sullivan hatte Wright Geld zum Bau dessen eigenen Wohnhauses geliehen, das von Wright praktisch abgearbeitet wurde (Sullivan wünschte keine unabhängige Tätigkeit Wrights). Das Thomas Gale House ähnelt stark dem Robert P. Parker House, und insgesamt hat Wright mindestens acht dieser Häuser als Feierabendarbeit entworfen, obwohl er noch bei Sullivan unter Vertrag stand. Als Sullivan von diesen Nebenprojekten erfuhr, Ende 1892 oder zu Beginn des Jahres 1893, entließ er Wright. Das Thomas Gale House ist eines von mindestens vier dieser Gebäude, die noch stehen (die Zahl schwankt allerdings je nach verfügbarer Quelle).
Die drei Häuser waren Teil einer Serie, deren Häuser sich geringfügig unterschieden, aber nahezu identische Grundrisse aufwiesen. Es handelte sich dabei um die bereits erwähnten Häuser, die Wright für Walter Gale und Robert Parker entworfen hatte, das sich ebenfalls in Oak Park befindliche Francis Woolley House, sowie das Robert G. Emmond House in La Grange, Illinois. Thomas H. Gale, ein bekannter Einwohner von Oak Park kaufte von seinem Vater Edwin sechs benachbarte Bauplätze an der Chicago Avenue, als er 1891 Laura Robeson heiratete. Er wählte Wright als Architekten. Baubeginn war Juli 1892. Die geplanten Baukosten beliefen sich auf 3000 US-Dollar. Das frischverheiratete Ehepaar lebte mit Thomas Gales Eltern, bis ihr eigenes Haus fertiggestellt war. Im Jahr darauf erwarb Thomas Bruder Walter das Nachbargrundstück und beauftragte Wright, für ihn ebenfalls ein Haus zu planen, dies aber erst, nachdem Wright Adler und Sullivan verlassen hatte.
Das Aussehen von Thomas Gales und Robert Parkers Häusern – eingeschränkt gilt dies auch für das Haus Walter Gales – war von dem aufwändigeren Emmond-Haus in La Grange angeleitet. Alle drei Wohnhäuser zeichnen sich durch unregelmäßige Dächer mit hochgezogenen und polygonalen Gauben aus. Das Thomas-Gale-Haus reflektierte dabei den Stil von Wrights erstem Lehrer Joseph Silsbee. Sullivans Einfluss wiederum ist in der unbewegten Massigkeit des Hauses erkennbar, seine Denkweise der „geometrischen Vereinfachung“ ist in dem Entwurf des Parker-Hauses offensichtlich. Obwohl beide Häuser grundsätzlich im Queen Anne Style ausgeführt sind, hat das Parker-Haus üppiger gerundete Formen, als es bei den meisten Queen-Anne-Häusern üblich war, die zu dieser Zeit gebaut wurden.
Die geringe Größe des Thomas Gale House täuscht über dessen Geräumigkeit hinweg. Die Erkertürmchen haben Wände, bei denen mehr als die Hälfte der Flächen aus Fenstern besteht. Der Kamin ist in der Mitte des Hauses angesiedelt, wodurch erreicht wird, dass dadurch zwei Räume bedient und geheizt werden können, das Empfangszimmer und das Esszimmer. Die seitlichen Fronten des Hauses sind symmetrisch, aber die benachbarte Bebauung ist zu nahe, um dies deutlich erkennen zu lassen.
Das Haus basiert auf einem rechteckigen Grundriss und wird durch einen steinernen Sockel unterstützt. Die Außenhülle wird durch hölzerne Schindeln gebildet. Das Gebäude hat ein hochgezogenes Walmdach mit polygonalen Gauben, einem Ziegelschornstein und überhängenden Dachtraufen (ein Merkmal, das später für Wrights Prairie Style üblich wurde). An den nordöstlichen und südöstlichen Ecken des Gebäudes befinden sich Tourellen mit konischen Dächern. Die in waagrechten Streifen angeordneten Erkerfenster (ein weiteres übliches Element des Prairie style) sind eine Mischung von Flügelfenster und unbeweglichen Fenstern. Die derzeitige Terrasse auf der Vorderseite hat eine nicht ursprüngliche Version mit eisernen Geländern ersetzt, die auf den Abbildungen des architektonischen Führers des Frank Lloyd Wright Preservation Trusts zu sehen ist. Die Frontfassade hat ebenfalls eine Dachgaube mit einem Paar Flügelfenster.
Obwohl das Gebäude klein und mit preisgünstigen Details verziert ist, hat das Thomas Gale House, genauso wie das Parker House, eine wichtige Bedeutung im Werk Frank Lloyd Wrights, weil es über seine Entwicklung als Architekt Aufschluss gibt. Das Haus wird als Teil des Frank Lloyd Wright-Prairie School of Architecture Historic District unter Denkmalschutz. Am 18. November 2002 wurde das Thomas Gale House zu einer Landmarke von Oak Park erklärt.
Auf den ersten Blick scheint das Thomas Gale House, wie auch die anderen seiner Gebäude aus dieser Zeit, einen Rückschritt darzustellen, im Vergleich zu Wrights James Charnley House, da er dabei auf Baustile wie Colonial Revival, Queen Anne und Dutch Colonial zurückgriff. Die Häuser zeigen allerdings Wrights wachsende Individualität dadurch, wie er überkommene Stile an seine eigene Sicht anpasst; das Thomas Gale und Parker House stellen eine stromlinienförmige Fassung des Queen Anne Styles dar. Die Häuser vereinen Merkmale der Quaderbauweise, die später zu einem Erkennungszeichen des vollentwickelten Prairie Styles Wrights wurde.
41.893888888889-87.801666666667Koordinaten: 41° 53′ 38″ N, 87° 48′ 6″ W

Bahnstrecke Berlin–Lehrte

Die Bahnstrecke Berlin–Lehrte ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Sie führt in Ost-West-Richtung von Berlin nach Lehrte bei Hannover.

Die heute bestehende, 239 Kilometer lange Strecke verläuft vom Hauptbahnhof in Berlin in westlicher Richtung nach Berlin-Spandau (Havelbrücke), von dort weiter über Rathenow (Havelbrücke), Stendal (Elbebrücke bei Hämerten), Oebisfelde, Wolfsburg und Gifhorn (Elbe-Seitenkanal-Tunnel) und mündet in Lehrte in die Bahnstrecke Hannover–Braunschweig nach Hannover.
Die Lehrter Bahn ist als mit bis zu 200 km/h befahrene Ausbaustrecke zwischen Hannover und Oebisfelde Teil der Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin. Zwischen Oebisfelde und Berlin verlaufen die Gleise der Neubaustrecke Oebisfelde–Berlin weitgehend parallel zur Lehrter Bahn.
Die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahngesellschaft (MHE) erhielt 1867 die Konzession zum Bau dieser Bahn sowie einer Abzweigung von Stendal über Salzwedel nach Uelzen, der sogenannten Amerikalinie. Die Strecke sollte den Verkehr zwischen Berlin nach Hannover im Vergleich zur bereits vorhandenen Verbindung über Potsdam, Magdeburg, Oschersleben, Wolfenbüttel und Braunschweig verkürzen. Sie ging in folgenden Etappen in Betrieb:
Die Berlin-Lehrter Eisenbahn wurde im Dezember 1879 durch Kauf der MHE Eigentum des Königreichs Preußen. Zusammen mit anderen Gesellschaften wurde die MHE am 1. Juli 1886 liquidiert und somit Teil der Preußischen Staatseisenbahnen. Auf Berliner (Charlottenburger) Gebiet wurden die Anlagen der Lehrter Bahn mit denjenigen der noch separat liegenden Hamburger Bahn baulich und betrieblich immer mehr vereinigt. Dieser Prozess war mit der Trennung von Personen- und Güterverkehr von Berlin bis zur Umgehungsbahn zwischen Wustermark und Nauen, dem Neu- und Umbau des Spandauer Personenbahnhofs und der Eröffnung des Verschiebebahnhofs Wustermark vor dem Ersten Weltkrieg abgeschlossen.
Die Bahnlinie erlangte im Personen- und Güterverkehr der Reichshauptstadt mit Hannover, dem Ruhrgebiet und Bremen immer mehr Bedeutung. Mit der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Strecke den Personenfernverkehr weitgehend. Aufgrund der Reparationen in der Sowjetischen Besatzungszone waren ihre Bahnanlagen auf ein Mindestmaß reduziert, was teilweise zu kuriosen, zeitaufwendigen Betriebsabläufen bei Zugkreuzungen geführt hat. In Berlin wurde der verbleibende Verkehr auf andere Strecken und Bahnhöfe konzentriert, so dass 1952 der Lehrter Bahnhof den Betrieb einstellte und schließlich 1958 endgültig abgerissen wurde.
1974 wurde mit dem 970 m langen Elbe-Seitenkanal-Tunnel eine Unterfahrung des neu errichteten Elbe-Seitenkanals fertiggestellt.
Ab 1976 benutzten die Interzonenzüge zwischen Berlin und Hamburg die Lehrter Bahn zwischen Wustermark und Berlin. Dazu wurde der neue Kontrollbahnhof Staaken eingerichtet. Nach der deutschen Vereinigung verkehrten ab 1991 wieder Fernzüge von Berlin nach Hannover.
Am 16. Oktober 1917 ereignete sich im Bahnhof von Schönhausen (Elbe) ein schwerer Eisenbahnunfall: Ein Sonderzug mit Kindern fuhr auf einen Güterzug auf. 26 Menschen starben, 16 weitere wurden verletzt.
Am 22. Januar 1941 erfolgte im Bahnhof Isenbüttel-Gifhorn (heute: Gifhorn) ein schwerer Auffahrunfall: Der Schnellgüterzug Dg 6120 fuhr nach einem Fahrdienstleiterfehler auf den haltenden Wehrmachtszug W 94122 auf. 94 Menschen starben, weitere 156 wurden verletzt.
Hauptartikel: Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin
In den 1980er Jahren entstand die Planung, die Lehrter Bahn zur Schnellfahrstrecke für den Transitverkehr zwischen West-Deutschland und West-Berlin auszubauen. Parallel zu vorhandenen Gleisen der Lehrter Bahn (Stammgleise) für den Binnenverkehr innerhalb der DDR, aber getrennt von ihnen, sollten die Transitgleise verlaufen.
Dass dieser Plan Grundlage für die 1998 in Betrieb genommene Schnellfahrstrecke war, merkt man noch heute, wenn ein ICE mit bis zu 250 km/h an einer dieselgetriebenen, maximal 120 km/h schnellen, Regionalbahn vorbeifährt. Umgekehrt können elektrische Regionalzüge Bahnhöfe, die an den Stammgleisen liegen (Bahnhof Groß Behnitz), nicht bedienen, weil die Elektrifizierung fehlt.
Zwischen den Streckenkilometern 150 und 157 (Mieste–Miesterhorst) wurden allerdings während der Errichtung der Schnellfahrstrecke im Zuge des Ausbaus der Lehrter Bahn Fahrleitungsmasten aus Beton ohne Ausleger und Fahrleitung errichtet. Da der Ausbau während der Bauarbeiten mehrfach reduziert wurde, zeugen die Fahrleitungsmasten bis heute von der abgebrochenen Elektrifizierung der Lehrter Bahn zwischen Oebisfelde und Wustermark (außer Stendal).
Zum Anschluss an die neue Berliner Ringbahn entstand 1879 bei Fürstenbrunn eine Verbindung zum Güterbahnhof Charlottenburg-Westend (heute Westend). Diese Verbindung wurde 1882 als Lehrter Stadtbahnanschluss Bahnhof Berlin-Charlottenburg erweitert, um eine Verknüpfung für Reisezüge der Lehrter Bahn zur neuen Berliner Stadtbahn herzustellen. Zum gleichen Zweck war ebenfalls 1882 für die Hamburger Bahn der Hamburger Stadtbahnanschluss zwischen Ruhleben und dem Bahnhof Berlin-Charlottenburg in Betrieb gegangen.
Durch die Verstaatlichung konnten die nebeneinander liegenden Bahnanlagen und ihr Verkehr in Berlin und Spandau zur Hamburg und Lehrter Bahn zusammengefasst und neu geordnet werden:
Der Bahnhof Putlitzstraße erlaubte ab 1898 erstmals das Umsteigen zwischen den Nordringzügen und den Vorortzügen Spandau–Berlin Lehrter Bahnhof. Weitere Stationen für die Züge der Lehrter Bahn wurden eröffnet:
Der stetig wachsende Fernreise-, Vorort- und Güterverkehr machte den durchgreifenden Umbau der Spandauer Bahnanlagen von 1905 bis 1912 notwendig. Auch sollten Aufgaben im Güterverkehr, für die die Berliner Bahnanlagen zu eng geworden waren, nach außen verlagert werden.
Zwischen Ruhleben und dem Güterbahnhof Spandau wurde die alte, zuletzt für den Güterverkehr genutzte Trasse der Lehrter Bahn aufgegeben und eine neue acht- bzw. sechsgleisige Bahnstrecke in Dammlage im Verlauf der Hamburger Bahn geschaffen. Für den Personenfern-, Vorort- und Güterverkehr gab es jeweils eigene Gleise.
Westlich des Spandauer Güterbahnhofes (Spandau West) entstanden 1908 neue Personenzuggleise für die Lehrter Bahn, die erst an der Ortsgrenze zu Staaken von der Hamburger Bahn abzweigen. Wie schon vorher östlich von Spandau konnten die ursprünglichen Gleise der Lehrter Bahn dadurch auch hier nur dem Güterverkehr dienen. Sie nahmen die Güterzüge, nicht nur Richtung Hannover, sondern auch nach Hamburg auf. Ab 1909 ging der Verschiebebahnhof Wustermark in Betrieb, der Rangieraufgaben von Spandau und teilweise den Berliner Bahnhöfen Moabit und H u L übernahm. 1911 wurde der Güterbahnhof Ruhleben für den Verkehr mit mehreren Anschlussbahnen eröffnet.
Gleichzeitig wurden für den steigenden Vorortverkehr mit der Berliner Stadtbahn besondere Vorortgleise eingerichtet und bis zum neuen Vorortbahnhof Spandau West (eröffnet 1910) westlich der Havel geführt. 1911 ging die Spandauer Vorortbahn, die am Bahnhof Heerstraße vom Hamburger Stadtbahnanschluss abzweigte und über die Stationen Rennbahn (bereits 1909 eröffnet) sowie Pichelsberg führt, vollständig in Betrieb.
Als bei der Verlegung des Stadtbahnanschlusses zwischen Heerstraße und Bahnhof Charlottenburg nach Südwesten auch dieser Abschnitt eigene Vorortgleise erhielt, wurde ab August 1928 der elektrische S-Bahn-Verkehr nach Spandau aufgenommen. Obwohl schon früher bis Wustermark geplant, erhielt die S-Bahn erst 1951 eine Verlängerung bis nach Staaken. 1980 wurde der S-Bahn-Verkehr wieder eingestellt und zwischen Spandau und Staaken bis heute nicht wieder eingerichtet.

Anton Spiehler (Priester)

Anton Spiehler (* 9. Januar 1795 in Bellheim; † 8. August 1867 in Speyer) war ein katholischer Priester, Bischofssekretär, Geistlicher Rat und Domkapitular der Diözese Speyer, außerdem Subregens des Diözesanpriesterseminars und Summus Custos (Hüter) des Speyerer Domes. Er gehörte dem sogenannten Mainzer Kreis an.
Anton Spiehler ist am 9. Januar 1795 im südpfälzischen Bellheim, Fürstbistum Speyer geboren. Nach der französischen Besetzung der deutschen Gebiete links des Rheines wurden gemäß Konkordat von 1801 zw. Papst Pius VII. und Napoleon, jeweils an den Départementssitzen auch gebietsmäßig deckungsgleiche Bistümer eingerichtet. Die alten Diözesen erklärte man (hinsichtlich ihrer linksrheinischen, nun französischen Gebietsteile) für aufgelöst. Bellheim gehörte damals zum französischen Département du Mont-Tonnerre mit Departementssitz in Mainz. Zu dieser Großdiözese wurden die linksrheinischen Teile der alten Bistümer Mainz, Worms und Speyer zusammengefasst. Neuer Bischof war Joseph Colmar, ein hervorragender Mann, der die Kirche in diesem Gebiet völlig reformierte und mit seinem Seminarregens Bruno Liebermann ein für die exzellente Ausbildung und Kirchentreue weithin berühmtes Seminar einrichtete. Unter ihrer Ägide und aus ihren Schülern bildete sich der sogenannte Mainzer Kreis, dem viele einflussreiche, meist geistliche Personen des 19. Jahrhunderts zuzurechnen sind.
Anton Spiehler trat in das Seminar seiner neuen Diözese zu Mainz ein und empfing dort am 30. März 1817 aus der Hand von Bischof Joseph Colmar die Priesterweihe. Nach dem Ende der Franzosenzeit wurde 1817 der südliche Teil der Großdiözese Mainz wieder abgetrennt und daraus das neue Bistum Speyer formiert, wozu auch Bellheim, der Heimatort Spiehlers nun gehörte. Die faktische Trennung der beiden Sprengel, die jetzt auch unterschiedlichen Ländern – nämlich Bayern und Hessen – angehörten, zog sich aber noch bis 1821 hin.
Zunächst amtierte Spiehler im nördlichen (hessischen) Bistumsteil, als Pfarrer von Gau-Heppenheim und gleichzeitig als Kaplan von Alzey. 1819 versetzte man ihn als Pfarrer ins pfälzische (bayerische) Großkarlbach bei Grünstadt, wo er bis 1827 wirkte. Großkarlbach war eine jener Gemeinden im südlichen Bistumsteil, die bei der Trennung des Großbistums der neuen (bayerischen) Diözese Speyer zufielen, wo Spiehler beheimatet war und nun auch blieb. 1827 kam er kurzzeitig als Pfarrer nach Maikammer. Der gerade eingeführte Speyerer Bischof Johann Martin Manl berief ihn schon am 20. September 1827 zum Domvikar und Sekretär. Hier wirkte er zusammen mit Franz Xaver Remling, der dieses Amt bereits seit 7. August innehatte. Spiehler war als Bischofssekretär anwesend, als Bischof Manl am Pfingstmontag den 9. Juni 1829, König Ludwig I. von Bayern im Speyer Dom empfing, den er anlässlich einer Pfalzreise besuchte. Am 15. Juni 1835 begleitete er Johann Martin Manl in seine neue Residenz, nach Eichstätt, wo er nunmehr als Bischof eingesetzt war. Franz Xaver Remling berichtet in seinem Werk „Neuere Geschichte der Bischöfe zu Speyer“, bis Bruchsal seien noch Domkapitular Franz Christoph Günther und Seminarregens Johannes Groh mitgereist. Von hier aus hätten der Bischof und sein Sekretär Spiehler die Fahrt allein fortgesetzt. Sie trafen – via München – am 27. Juni 1836 in Eichstätt ein. Spiehler nahm dort noch an der Amtseinführung des Bischofs teil, bevor er sich wieder nach Speyer begab. Laut Remling war er in dieser Zeit im Eichstätter Klerikalseminar untergebracht.
Anton Spiehler fungierte von 1827 bis 1839 als Subregens und Lehrer für Liturgik am Priesterseminar in Speyer. Er war von Bischof Manl für die geplante theologische Fakultät als ordentlicher Professor vorgeschlagen worden. Der Plan einer eigenen Hochschule in Speyer zerschlug sich jedoch. Spiehler unterrichtete auch Religion an der Lateinschule in Speyer, 1839 wurde er von Bischof Johann Jakob von Geissel mit der verantwortungsvollen Stellung eines Registrators im bischöflichen Ordinariat betraut, durch dessen Hände alle, eingehenden und ausgehenden Schreiben liefen. Es scheint auch schon damals zu Verstößen gegen den „Datenschutz“ gekommen zu sein und Geissel wählte Spiehler offenbar deshalb, weil er ihm diesbezüglich vertraute. Dazu berichtet Franz Xaver Remling in seiner Biographie über Kardinal Geissel:
„Am 30. November 1839 ward der bisherige Subregens und Domvikar Spiehler zum Registrator ernannt. Der Bischof erklärte hierbei ausdrücklich: ‚Daß bisher hie und da das Geschäftsgeheimnis nicht gehörig beachtet wurde und daß, wenn er von jetzt an wieder zur Kenntnis eines solchen Falles gelangen werde, er die Sache erheben und eine Ordnungsstrafe von 10-15 Thalern werde eintreten lassen, indem schon die Ehre der Stelle erfordert, daß ihre Verhandlungen nicht in gewöhnlichen Plaudereien in Umlauf gesetzt werden.‘ “
Beim Amtsantritt von Bischof Nikolaus von Weis, im Juli 1842, ernannte dieser den bischöflichen Registrator Anton Spiehler zum Zeremoniar. Auch das hält Franz Xaver Remling fest:
„Zum bischöflichen Ceremoniar ernannte der neue Oberhirte den Domvikar Anton Spiehler, welcher nunmehr denselben ausschließlich auf seinen Firmungs- und Visitationsreisen, mit herablassender Zuvorkommenheit und Freundlichkeit gegen die Seelsorgegeistlichkeit, begleitete, bis ihn im Jahre 1853 der Domvikar und bischöfliche Sekretär Wilhelm Molitor in diesem Amt ablöste. “
Von einer Visitationsreise im Dekanat Kirchheimbolanden fuhren Spiehler und Bischof Weis, gemeinsam zur Hl.-Rock-Wallfahrt im nahen Trier, wo sie am 29. August 1844 eintrafen. Später erhielten sie eine behördliche „Ermahnung“, da sie sich ohne vorherige Anzeige zu dieser Wallfahrt ins Ausland (Preußen) begeben hatten.
Am 15. Oktober 1848 begleiteten Anton Spiehler als Sekretär und Domkapitular Bruno Würschmitt als theologischer Berater, Bischof Nikolaus von Weis zur 1. Versammlung der Deutschen Bischöfe in Würzburg, die bis zum 17. November gleichen Jahres dauerte. Der Bischof und seine beiden Begleiter wohnten zusammen im dortigen Minoritenkloster.
König Maximilian II. ernannte Anton Spiehler, am 9. März 1849, auf Antrag von Bischof Nikolaus von Weis, zum Domkapitular. Später avancierte er noch zum Summus Custos (Hüter) des Speyerer Domes. Domkapitular Remling gibt hierzu interessante Hintergrundinformationen, aus denen hervorgeht, wie sehr der Bischof seinen Zeremoniar schätzte:
„ Am 9. November 1848 rief der Tod den ältesten Domkapitular Christoph Günther ins Grab. Mehrere Pfarrer und auch zwei Geistliche aus Speyer reichten Gesuche um diese Stelle ein. Einer der Pfarrer hatte umso mehr begründete Hoffnung dieselbe zu erhalten, da der Minister für Kirchen- und Schulangelegenheiten ihn zur Ernennung im ersten Range bei seiner Majestät in Vorschlag gebracht hatte. Diese Hoffnung ward vereitelt, indem der Bischof in seinem Glückwunschschreiben zum Neuen Jahre, an den König Max, seinen Ceremoniar und bisherigen Begleiter auf den Firmungsreisen, den Domvikar Spiehler zur huldvollsten Berücksichtigung empfohlen hatte. Am 9. März 1849 erhielt daher Spiehler die königliche Ernennung auf das erledigte Kanonikat, in dessen Besitz er am 9. des folgenden Monats eingeführt wurde.“
Anton Spiehler starb am 8. August 1867, an einem „wiederholten Schlaganfall“ und ist auf dem alten Friedhof in Speyer begraben. Sein Grabmal befindet sich heute auf dem dort abgegrenzten Domkapitelsfriedhof, neben der St. Bernhardskirche. Sein Nachfolger als Domkapitular wurde der Direktor des bischöflichen Konvikts, Dr. Dietrich Becker.

Freimaurertempel (Alexandria)

Der Freimaurertempel von Alexandria, ehemals Ewing Gilmour Institute for Working Girls, ist ein Freimaurertempel in der schottischen Stadt Alexandria in West Dunbartonshire. 1974 wurde das Gebäude in die schottischen Denkmallisten in der höchsten Kategorie A aufgenommen.
Der Freimaurertempel von Alexandria liegt im Nordwesten der Stadt an der Kreuzung zwischen Gilmour Street und Smollett Street. Das Gebäude wurde im Jahre 1888 als Ewing Gilmour Institute for Working Girls erbaut. Als Architekt zeichnet John Archibald Campbell für die Planung verantwortlich, der einen Entwurf im Stil des Scottish Baronials mit Details aus der Arts-and-Crafts-Bewegung am rückwärtigen Flügel anfertigte. Der Freimaurertempel besteht aus rosafarbenem Sandstein und weist einen L-förmigen Grundriss auf. Alle Gebäudeöffnungen sind mit rotem Sandstein abgesetzt. Die einzelnen Gebäudeteile sind entweder ein- oder zweistöckig. Der Eingangsbereich befindet sich an der Gilmour Street. Ein gesprengter Giebel bekrönt die hölzerne Eingangstüre. Das Obergeschoss schließt mit einer Balustrade auf Kragsteinen und auskragenden Ecktürmchen ab. Am flacheren Gebäudeteil links sind Fenster auf drei vertikalen Achsen angeordnet, die als Lukarnen mit Ziergiebeln gearbeitet sind. Bei den Fenstern im Obergeschoss entlang der Smollett Street handelt es sich ebenfalls um Lukarnen mit verzierter Giebelfläche. Ebenerdig sind Bleiglasfenster eingesetzt. Das Gebäude schließt mit Satteldächern ab, die entweder mit grünen Schieferschindeln oder modernen Ziegeln eingedeckt sind.
55.987027777778-4.5851666666667Koordinaten: 55° 59′ 13″ N, 4° 35′ 7″ W

Electronica (Musik)

Electronica ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Stilarten elektronisch erzeugter Musik, wie z. B. IDM, Drum and Bass, Big Beat und verschiedene Downbeat-Genres (u. a. Trip Hop, Dub und Lounge-Musik); im weiteren Sinne werden auch Techno und House sowie Electro und Electroclash hinzugezählt. Obwohl einige der unter „Electronica“ zusammengefassten Stile aufgrund ihrer abstrakten oder gar fehlenden Rhythmusstrukturen untanzbar sind und sich somit vielmehr zum Zuhören eignen (auch Electronic Listening Music bzw. Home Listening Music genannt), gelten sie als Teil der elektronischen Tanzmusik (Electronic Dance Music, kurz EDM).
Andere, vor allem mit den 1980er Jahren assoziierte Genres der elektronischen Tanzmusik, wie EBM, Synthie Pop oder New Beat, die oftmals auf klassischen Songstrukturen basieren (Strophe/Refrain) und denen ein Bezug zu afro-amerikanischer, groove-orientierter Musik fehlt, sind in dieser Definition nicht enthalten.

Die Bezeichnung „Electronica“ wurde 1983 zunächst für ein Sheffielder Musikfestival verwendet („UK Electronica – Future Age Music Festival“, später in London veranstaltet), auf dem Künstler aus dem Ambient-/Industrial- und Experimental-Elektronik-Umfeld auftraten (bspw. Lightwave, Konstruktivists oder Tangerine Dream). Eine Verwendung als musikalische Dachbezeichnung erfuhr „Electronica“ jedoch erst mit der rasanten Entwicklung neuer Stile der elektronischen Tanzmusik in den 1990ern.
Insbesondere in Nordamerika wurde die Bezeichnung von der Musikindustrie aufgegriffen und fand in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre über Medien wie Fernsehen, Zeitschriften und Musikkompilationen (darunter „One World Electronica“ mit Künstlern unterschiedlicher musikalischer Herkunft, „Beats Electronica“ für Big Beat und „Psychedelic Electronica“ mit Künstlern aus dem Goa-Trance-Umfeld) weltweite Verbreitung.
„‚Electronica‘ as a term appeared in the later 1990s as a descriptor for divergent EDMs and their abstractions. Used in North America less broadly than Europe, it has been charged by some as a deliberate marketing term for popular electronic music.“
Häufig mit „Electronica“ assoziierte Künstler sind: Aphex Twin, The Orb, Luke Vibert, Massive Attack, The Crystal Method, Bill Laswell, Björk, Coldcut, The Future Sound of London, Orbital, Apollo 440, The Chemical Brothers, Tricky, Portishead, Lamb, Morcheeba, Plastikman, Goldie, DJ Krush, Photek, Squarepusher, Kruder & Dorfmeister, Loop Guru, Mike Paradinas (µ-ziq), 808 State, The Prodigy und Underworld.

Slim-Fast

Slim-Fast ist eine Marke, unter der diätunterstützende Formula-Diäten (Shakes) und Zwischenmahlzeiten (Riegel) für eine Reduktionsdiät hergestellt und vertrieben werden.
Slim Fast wirbt häufig mit Diäten prominenter Personen, die ihre Produkte einsetzen. Mitte der 1990er Jahre war Harry Wijnvoord in Deutschland einer der prominenten Werbeträger.
Lange Zeit benutzte Slim-Fast den Slogan „a shake for breakfast, a shake for lunch, then a sensible dinner“ („Ein Shake zum Frühstück, ein Shake zu Mittag, dann ein vernünftiges Abendessen“), um die Anwendung der Slim-Fast Produkte im Rahmen des Diätplans zu beschreiben. In letzter Zeit versucht die Marke vor allem durch die Verknüpfung der Slim-Fast-Produkte mit der „Best Life Diät“ erfolgreich zu sein. Einer Studie von 2003 zufolge sind Langzeiterfolge mit Slim-Fast durchaus möglich, unter der Voraussetzung, dass sich Anwender streng an die SlimFast-Regeln halten.
Slim-Fast wurde 1977 von S. Daniel Abraham als Teil der Thompson Medical Group gegründet. 1987 privatisierte Abraham die Marke und verkaufte sie im Jahr 2000 für 2,3 Milliarden Dollar an Unilever. Sie wurde unter anderem in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Irland, Deutschland und Brasilien vertrieben.
Ab etwa der Jahrtausendwende kämpfte Slim-Fast, wie viele andere Diätprodukte im Zuge des Aufkommens von sogenannten Low-Carb-Diäten, mit einem Verkaufszahlenrückgang (2002: 21 Prozent in einem Jahr). Darauf reagierte die Marke 2004 mit einer eigenen Low-Carb-Produktreihe, um diesen Teil des Marktes mit abzudecken. Des Weiteren wurden Slim-Fast-Optima-Produkte entwickelt, die im Vergleich zu den standardmässigen Slim-Fast-Produkten einen noch geringeren Zuckergehalt haben sollen.
Aufgrund starker Absatzrückgänge wurde der Vertrieb in Deutschland um das Jahr 2005 von Allpharm übernommen. Im Jahr 2014 veräußerte Unilever einen Mehrheitsanteil an Slim-Fast an die US-amerikanische Beteiligungskapitalgesellschaft Kainos Capital.

Flughafen Toronto/Downsview

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Der Toronto/Downsview Airport oder Downsview Airport ist ein privat betriebener Flughafen der Firma Bombardier Aerospace im Nordwesten von Toronto. Der Flugplatz wird von Bombardier seit 1994 fast ausschließlich als Basis zu Testflügen benutzt. Der Downsview Airport wurde 1939 eröffnet. 1947 erwarb das kanadische Verteidigungsministerium das Recht, den Flugplatz zu erweitern und errichtete in seiner Nähe einen Militärflugplatz der Royal Canadian Air Force. 1996 wurde der Militärflugplatz stillgelegt. Seit 1998 wird der Downsview Airport von Bombardier verwaltet. Der Flugplatz wird manchmal auch für spezielle Anlässe benutzt wie beispielsweise für die beiden Kanadareisen des Papstes Johannes Paul II. 1984 und 2002, der im Downsview Airport landete. Der Hauptzweck ist jedoch, Firmen ein Testgelände zur Erprobung ihrer Flugzeuge zu bieten. Flugzeugbauer wie de Havilland Canada und Avro Canada testeten hier u. a. die Flugzeuge de Havilland Canada DHC-2, de Havilland Canada DHC-6, Bombardier Q Series, Avro Canada CF-105.
Nördlich der Landebahn befindet sich das Canadian Air and Space Museum (ehemals Toronto Aerospace Museum), welches nicht mit dem Canada Aviation and Space Museum in Ottawa verwechselt werden darf.

Domstürmer

Domstürmer ist eine Kölner Mundart-Band.

Die Band wurde 2006 in Köln gegründet und besteht aus den Musikern Micky Nauber (Gesang), Stevie Gable (Gitarre), Hanz Thodam (Bass), Hotti Hörter (Schlagzeug) und Stephan Christ (Keyboard). Stevie Gable (Ex-Mitglied der Band Wanderer) ist seit dem Jahreswechsel 2013/2014 Gitarrist bei der Band und ersetzte Gründungsmitglied Marcus Maletz. Hanz Thodam (Ex-Mitglied der Gruppen Hanak und Blootsbröder) ist seit 1. September 2014 Mitglied der Band und löste Gründungsmitglied Piddy Kiel am Bass ab.
Zu den bekanntesten Liedern gehören Happy Weekend , Mach dein Ding , Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein, Naturbeklopp , Hollywood und Ohne Dom, ohne Rhing, ohne Sunnesching
Seit 2008 geben sie bis zu dreimal jährlich Konzerte in einer fahrenden Straßenbahn der Kölner Verkehrs-Betriebe.
Im Oktober 2011 wurde das erste Album Mach Dein Ding veröffentlicht. Die Veröffentlichung des zweiten Studioalbums Stadt Land Fluß folgte im Januar 2014, aus dem zuvor in der laufenden Karnevalssession der Titel Naturbeklopp als Single erschien.
Im Mai 2014 folgte mit dem Song Minge Wääch eine zweite Singleauskopplung. Zeitgleich erschien das Musikvideo zum Song, in dem Sportler mit Behinderung mitwirken. Darunter Spieler des Bundesliga Rollstuhlbasketballvereins RBC Köln 99ers , der Leichtathlet und Juniorenweltmeister Philipp Waßenberg sowie der Schwimmer und Juniorenweltmeister Bastian Fontayne. Das Musikvideo feierte im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln Premiere.
Im November 2015 wurde das dritte Album Wellkumme em Klub veröffentlicht. Am Vortag der Albumveröffentlichung wurde das Album live im Yard Club der Kantine in Köln von der Band präsentiert
Für das Musikprojekt Kölsche Heimat – Ahle Schätzje neu lackeet spielten die Domstürmer 2015 eine neue Version des Colonia Duett- Klassikers De Fleech ein.